In der ersten Folge des „Erste Wohnmesse Podcasts“ diskutieren die renommierten Architektinnen Dipl. Ing. Doris Kutscher und Dipl. Ing. Rita Reisinger-Schöbel mit Moderator Walter Senk über das zentrale Thema der Nachhaltigkeit im Bauwesen und in der Architektur. Das Gespräch beleuchtet, wie sich die Baubranche in Zeiten von COVID-19 verändert hat und welche Maßnahmen für ein nachhaltigeres Bauen ergriffen werden können. citeturn0search0
Veränderungen durch die Pandemie
Die COVID-19-Pandemie hat unser Verständnis von Wohn- und Arbeitsräumen grundlegend verändert. Kutscher und Reisinger-Schöbel betonen, dass flexible Raumkonzepte an Bedeutung gewonnen haben. Wohnungen müssen nun multifunktional sein, um den Anforderungen von Homeoffice, Freizeit und Familienleben gerecht zu werden. Diese Anpassungsfähigkeit ist ein Schlüssel zur nachhaltigen Nutzung von Räumen.
Bedeutung von Bestandsgebäuden
Ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Revitalisierung bestehender Gebäude. Die Architektinnen erläutern, dass die Sanierung und Umnutzung alter Bauten nicht nur Ressourcen schont, sondern auch kulturelles Erbe bewahrt. Ein Beispiel hierfür ist die Umwandlung einer denkmalgeschützten Kaserne in hochwertige Wohnungen oder die Transformation einer ehemaligen Fabrik in den Sitz eines internationalen Hightech-Unternehmens. citeturn0search11
Nachhaltigkeit
Materialwahl und Ressourcenschonung
Die Wahl der Baumaterialien spielt eine entscheidende Rolle für die Umweltverträglichkeit eines Gebäudes. Kutscher und Reisinger-Schöbel heben hervor, dass der Einsatz von regionalen und recycelbaren Materialien nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch die lokale Wirtschaft stärkt. Zudem fördert dies kürzere Transportwege und somit eine geringere CO₂-Bilanz.
Energieeffizienz und Gebäudetechnik
Moderne Gebäudetechnik kann maßgeblich zur Reduktion des Energieverbrauchs beitragen. Die Expertinnen betonen die Wichtigkeit von intelligenten Steuerungssystemen, die den Energiebedarf optimieren. Beispielsweise können Smart-Home-Technologien den Verbrauch von Heizung, Kühlung und Beleuchtung effizient regulieren und somit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
Soziale Nachhaltigkeit
Neben ökologischen Aspekten ist auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit von Bedeutung. Kutscher und Reisinger-Schöbel unterstreichen, dass Architektur das menschliche Wohlbefinden fördern sollte. Dazu gehören lichtdurchflutete Räume, eine gute Belüftung und die Schaffung von Gemeinschaftsbereichen, die den sozialen Austausch fördern. Solche Konzepte tragen zur Lebensqualität der Bewohner:innen bei und stärken das Gemeinschaftsgefühl.
Zukunftsperspektiven
Abschließend blicken die Architektinnen optimistisch in die Zukunft des nachhaltigen Bauens. Sie sind überzeugt, dass ein Umdenken in der Branche stattfindet und nachhaltige Praktiken zunehmend zum Standard werden. Innovationen in Materialforschung und Bauprozessen bieten dabei neue Möglichkeiten, umweltfreundliche und zugleich ästhetisch ansprechende Gebäude zu realisieren.
Diese Podcast-Folge bietet wertvolle Einblicke in die vielfältigen Facetten der Nachhaltigkeit im Bauwesen und zeigt auf, wie Architekt:innen durch bewusste Entscheidungen einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt und Gesellschaft nehmen können.


